Besucherrekord bei der diesjährigen JHV
Geehrte und Beförderte freuen sich mit den Führungskräften
Die neu gwählte Vorstandschaft

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hohenberg a.d. Eger:

Mit schmissiger Musik unterhielt die „Hohbercha Feierwehrkapelln“ die Gäste der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, die diesmal in die Turnhalle stattfand. Neben den Führungskräften der Kreisfeuerwehr und Abordnungen der Nachbarwehren konnte der Vorsitzende auch Gäste aus dem benachbarten tschechischen Liba und aus dem niederösterreichischen Hohenberg begrüßen. Zusätzlich zu den üblichen Berichten der Referatsleiter standen diesmal auch Neuwahlen der Vorstandschaft an. Hier gab es dann auch einige Veränderungen.

Vorsitzender Siegfried Paulus begrüßte im voll besetzten Versammlungslokal neben den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden den Ersten Bürgermeister Jürgen Hoffmann und den Zweiten Bürgermeister Christian Paulus mit ihren Stadträten. Sein besonderer Gruß galt dem Ehrenkommandanten Erwin Zeitler und dem Ehrenvorsitzenden Alfred Schricker sowie allen Ehrenmitgliedern. Von der Landkreisfeuerwehr konnte er Kreisbrandrat Wieland Schletz, Kreisbrandinspektor Armin Welzel, Kreisbrandmeister Thomas Greipel und Ehrenkreisbrandmeister Karl Fürbringer sowie Holger Lüftner von der Schirndinger Wehr mit seinem Vertreter Udo Müller und die Vertretung der Feuerwehr Neuhaus begrüßen. Mit einem herzlichen „Vitame vas“ hieß er Kommandant Jan Rossmeissl mit einer die Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr aus dem tschechischen Nachbarort Liebenstein (Liba) willkommen.

Mit stehendem Applaus begrüßte die Versammlung Ehrenlandesfeuerwehrrat Helmut Warta, der aus der über fünfhundert Kilometer entfernten niederösterreichischen Partnerstadt Hohenberg a.d. Traisen angereist war. Helmut Warta war es, der, damals noch Kommandant der Wehr von Hohenberg/Traisen, 1984 zusammen mit Ehrenkommandant Erwin Zeitler die Feuerwehrpartnerschaft besiegelte.

Zu einer Gedenkminute erhob sich die Versammlung für die im abgelaufenen Jahr Verstorbenen.

Der Mitgliederstand ist mit sechs Neuzugängen gegenüber zwei Austritten auf insgesamt 271 angestiegen, dem höchsten Mitgliederstand seit Bestehen der Feuerwehr. Er teilt sich auf in 37 aktive Feuerwehr-Dienstleistende, 19 Jugendliche, 14 Löschzwerge der Kinderfeuerwehr, 61 Passive und 122 fördernde Mitglieder, einen Ehrenkommandanten und einen Ehrenvorsitzenden sowie 12 Ehrenmitgliedern. Dem Feuerwehrverein gehören auch 4 Kinder unter sechs Jahren an.

Der Feuerwehrverein beteiligt sich mit Veranstaltungen auch am gesellschaftlichen Leben und unterstützt mit finanzieller Hilfe notwendige Anschaffungen für die Aktiven.

Natürlich wurden auch die Geburtstagsjubilare besucht. Man gratulierte Ehrenvorsitzenden Alfred Schricker und Ehrenmitglied Helmut Lüftner jeweils zum „Neunzigsten“. Ehrenmitglied Ernst Neidhardt feierte seinen 85. Zu mehreren „runden“ Geburtstagen vom 50-sten bis zum 80-sten gratulierten Abordnungen der Vorstandschaft. Ehrenlandesfeuerwehrrat Helmut Warta hatte zu seinem Siebzigsten nach Hohenberg an der Traisen eingeladen und dieser Einladung folgte man gerne.

Mit einem herzlichen Dank an alle Spender und Gönner der Feuerwehr schloss der Vorsitzende seine Rede.

Kommandant Klaus Hoffmann berichtet von einem einsatzintensiven Feuerwehrjahr. Allein zu 21 der 71 Einsätze wurden Hohenbergs Floriansjünger am Unwettertag, dem 31. Mai, alarmiert. Zwölfmal mussten sie zum Brandlöschen ausrücken, technische Hilfe leisteten sie bei Unfällen und Unwettereinsätzen insgesamt 52 mal. Fünf Sicherheitswachen waren zu leisten und zweimal wurden sie zu sonstigen Einsätzen gerufen.

Dem Kommandanten stehen für Einsätze 37 Aktive, neun Frauen und 28 Männer, zur Verfügung. Darunter sind 4 Zugführer, 12 Gruppenführer, 18 Maschinisten, 17 Atemschutzgeräteträger sowie ein Einsatzleiter Rettungsdienst, zwei Rettungsassistenten, ein Rettungssanitäter und zwei Sanitäter. Um den Fuhrpark und die Ausrüstung kümmern sich drei Gerätewarte. Für die sensible Atemschutzausrüstung ist ein eigens geschulter Atemschutzgerätewart installiert. In der Jugendfeuerwehr werden fünf junge Frauen und 14 junge Männer auf den anspruchsvollen Dienst vorbereitet.

Für Einsätze, Ausbildung und Unterhalt sowie Pflege der Gerätschaft leisteten die Floriansjünger 6993 Stunden oder anders ausgedrückt 291Tage ehrenamtlichen Dienst. Neben internen Schulungen besuchten die Aktiven zur Aus- und Fortbildung Lehrgänge der Landkreisfeuerwehr und der Feuerwehrschulen Regensburg und Würzburg. Mehrere Gruppen unterzogen sich erfolgreich der Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung und Löscheinsatz. Alle 17 Atemschutzgeräteträger absolvierten den Gesundheitscheck und durchliefen die Prüfungsstrecke in Marktredwitz. Neu angeschafft bzw. gespendet wurden im abgelaufenen Jahr ein Einsatzdisplay. Alle im Feuerwehrhaus ankommenden Einsatzkräfte sind mit ihrem Ausbildungsstand erfasst und auf dem großen Display entsprechend farbig markiert angezeigt, so dass der Einsatzleiter schnell entscheiden kann, auf welches Fahrzeug er die Aktiven einteilt.

Jugendwart Thomas Jobst bildet neun Mädels und zehn Jungs im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren aus. Jeden Dienstag wird Theorie gepaukt und werden praktische Übungen durchgeführt.

Höhepunkt im jährlichen Ausbildungsrhythmus ist unbestritten der sogenannte Berufsfeuerwehrtag, bei dem die Jugendlichen, wie bei einer Berufsfeuerwehr eine 24-Stunden-Schicht auf der Feuerwache verbringen. Neben theoretischer Ausbildung und Gerätekunde werden sie zu Einsätzen gerufen. So hatten sie eine Pkw-Brand zu löschen, ein Haustier zu retten und bei einem Verkehrsunfall technische Hilfe zu leisten. In der Nacht war es schwierig bei vollkommener Dunkelheit bei der Suchkette nach einem Vermissten immer den Kontakt zum Nachbarn zu halten. Auch die Rettung eines unter einen umgestürzten Baum eingeklemmten Holzfällers mit Hebekissen forderte Geschick und Umsicht. Obwohl dieser Schichtdienst den „Einsatzkräften“ viel Kraft abverlangte, waren die Jugendlichen begeistert und hoffen, dass es im kommenden Jahr wieder einen Berufsfeuerwehrtag gibt.

Die im Februar 2012 von Kommandant Klaus Hoffmann ins Leben gerufene Kinderabteilung, die „Löschzwerge“, rückte im vergangenen Jahr mit ihrem HZW (Hand-Zieh-Wagen) zwölfmal aus, wie die Leiterin Heike Übler berichtete. Die Betreuung der Buben und Mädchen liegt in kompetenten Händen: Die Leiterin ist in einem Kindergarten beschäftigt. Sie wird unterstützt von Anne Übler, ebenfalls Erzieherin an einem Kindergarten und von Martina Schacht die ausgebildete Brandschutzerzieherin ist. Ein besonderes Erlebnis war für die Jüngsten der Feuerwehr war der Bastelabend, bei dem sie für den Weihnachtsbaum Anhänger fertigten und sich zum Abschluss auch das Essen selber zubereiten durften, natürlich unter Anleitung der Betreuerinnen.

Die „Hohbercha Feierwehrkapellnkonnte, wie Leiterin Tanja Chlup berichtete, auf zahlreiche musikalische Einsätze zurückblicken. So spielten sie beim bei „Stärketrinken“ zu Heilig Dreikönig in mehreren Wirtschaften auf. Weitere Auftritte waren unter anderem zum Wiesenfest zum Festakt „Deutsche Einheit“ am 3. Oktober, beim Weihnachtsmarkt vor der mittelalterlichen Burgkulisse sowie musikalische Gratulationen zu mehreren Geburtstagen. Ein besonderes Erlebnis hatten die Musiker und ihre Fans beim Ausflug zum Musikmuseum in Markneukirchen und zur Sprunschanzenanlage Vogtlandarena in Klingental. Die Unterhaltung der Gäste vor Beginn und in der Pause der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr ist schon Tradition und Ehrensache.

Der Kassenwart Hans Rummel konnte von einem ausgeglichenen Haushalt berichten. Die Kassenprüfer bestätigten ihm eine korrekte und übersichtliche Kassenführung. Auf ihren Antrag hin wurde die Vorstandschaft entlastet.

Nach bestandener Probezeit begrüßte Kommandant Klaus Hoffmann per Handschlag vier Mädchen und einen Jungen in der Jugendfeuerwehr. Des weiteren konnte er einen Erwachsenen in den Aktiven Dienst bei gleichzeitiger Ernennung zum Feuerwehrmann übernehmen.

Anschließend übernahm er Daniel Herrmann in den aktiven Dienst unter gleichzeitiger Beförderung zum Feuerwehrmann. Nach Abschluss der Grundausbildung und erfolgreichem Besuch des Ergänzungsmoduls Truppführer wurde ein weiterer Nachwuchsmann zum Feuerwehrmann ernannt und ein bereits länger im aktiven Dienst Stehender wurde aufgrund seines Ausbildungsstandes und seines Einsatzes für die Feuerwehr zum Oberfeuerwehrmann befördert.

Geehrt wurden für langjährigen Mitgliedschaft: Bettina Zeitner für 40 Jahre, Wolfgang Köll 30 Jahre und Alfred Friedrich und Oskar Hubrig für jeweils 50 Jahre. Eine besondere Ehrung wurde Gerätewart Harald Übler zuteil. In Würdigung seiner Verdienste um das Feuerwehrwesen im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, wie es in der Urkunde heißt, wurde ihm das Ehrenzeichen in Silber der Feuerwehren im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge verliehen. Kreisbrandrat Wieland Schletz überreichte die von Landrat Dr. Karl Döhler und ihm unterzeichnete Urkunde und Kreisbrandinspektor Armin Welzel hefte das Ehrenzeichen an die stolz geschwellte Brust des Geehrten.

Satzungsgemäß stand Neuwahlen an. Erster Bürgermeister Jürgen Hoffmann übernahm den Vorsitz des Wahlausschusses und Beisitzer waren Zweiter Bürgermeister Christian Paulus und Harald Max. Auf einigen Positionen gab es Veränderungen, da die bisherigen Inhaber nicht mehr dafür kandidierten. Die Wahl verlief reibungslos und so setzt sich die neue Vorstandschaft, die auf sechs Jahre gewählt ist, zusammen: Erster Vorsitzender: Siegfried Paulus, Zweiter Vorsitzender: Thomas Jobst (neu), Erste Schriftführerin: Tanja Chlup, Zweite Schriftführerin: Katharina Hupfer (neu), Erster Kassier: Matthias Neuerer (neu), Zweiter Kassier: Martin Werner, Vertreter der passiven und fördernden Mitglieder: Christian Korb (neu), Kassenprüfer: Hans Rummel (neu) und Thomas Zeitler.

„Ich bin als Bürgermeister und als Feuerwehrkamerad stolz auf Euch. Ihr zeigt ehrenamtliches Engagement weit über das zu erwartende Maß hinaus. Das habt ihr am 31. Mai, dem unvergesslichen Unwettertag und bei der Sommerlounge bewiesen.“, bedankte sich Erster Bürgermeister Jürgen Hoffmann, auch im Namen des Stadtrats bei der Wehr. Er versprach, sich weiterhin für die Belange der Feuerwehr stark zu machen, da er diese Belange als aktiver Floriansjünger bestens kenne. Aber er müsse als Bürgermeister auch die Finanzen der Stadt im Auge behalten, bat er um Verständnis.

Die gute und problemlose Zusammenarbeit der Feuerwehren, insbesondere die Unterstützung am 31. Mai, hob Kreisbrandrat Schletz hervor. „Dafür kann ich mich nur bedanken und Allen meine Anerkennung aussprechen.“, bedankte er sich bei den Einsatzkräften. Allgemein leidet die Feuerwehr, wie auch andere ehrenamtliche Einrichtungen unter Nachwuchsmangel. Daher sei Nachwuchsarbeit gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig. „Bei Heike Übler und Thomas Jobst und ihren Teams ist die Nachwuchsarbeit in den richtigen Händen.“, lobte er deren Tätigkeit. Er wünschte allen Einsatzkräften, dass sie immer wohlbehalten von ihren Einsätzen zurückkehren mögen.

Der Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz, Erster Polizeihauptkommissar Robert Roth, hob die fachliche Kompetenz der ehrenamtlichen Führungskräfte der Hohenberger Feuerwehr bei der Erarbeitung des Sicherheitskonzeptes und Einsatzplanung für die Sommerlounge hervor.

Als alter und neuer Vorsitzender bedankte sich Siegfried Paulus für den zahlreichen Besuch und schloss die Versammlung mit dem Wahlspruch der Feuerwehr: Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr‘. An den offiziellen Teil schloss sich noch ein gemütliches Beisammensein an. Man hatte ja mit den benachbarten Kameraden und Kameradinnen sowie den ausländischen Gästen genügend Gesprächsstoff.


Faschingsgaudi im Feuerwehrhaus

Die Freiwillige Feuerwehr hatte Kinder und Eltern zu einem Faschingstreiben eingeladen. Fleißige Helfer hatten die Fahrzeughalle in einen bunten Ballsaal verwandelt. Wo sonst die Löschfahrzeuge stehen, tobten nun Cowboys, Turtles, Yeti-Ritter und Piraten. Dazwischen wuselten ganz kleine Bienen Mayas und Willis umher. Prinzessinnen, Nixen, Feen und Elfen schritten gemessen an den dicht besetzten Tischreihen vorbei, wo sich ihre Eltern, die erfreulicherweise größtenteils ebenfalls maskiert waren, angeregt unterhielten. Aber nicht nur die Kinder hatten ihren Spaß, auch eine der ältesten Bürgerinnen Hohenbergs genoss mit ihren über 90 Lebensjahren sichtlich das doch teilweise laute Faschingstreiben des maskierten Nachwuchses.

Discjockey Harald Max legte für Alt und Jung die passende Musik auf, sodass sich schon bald die „Tanzfläche“ füllte. Auch die ganz Kleinen wollten nicht zurückstehen und tapsten rhythmisch, unterstützt von Mama oder Papa, im Takt.

Das „Animateurteam“ der Jugendfeuerwehr beschäftigte mit Spielen wie Reise nach Jerusalem und kindgerechten Wettkämpfen die Mädchen und Buben, so dass die Eltern dann auch ungestört ihren Kaffee und Kuchen genießen konnten. Mit einer Polonaise präsentierten sich schließlich Masken für die Prämierung. Für die Preisrichterinnen war es äußerst schwer unter den vielen hübschen und fantasievollen Verkleidungen eine Entscheidung zu treffen. Aber die erfahrene Jury hatte gut vorgesorgt und so konnten alle Masken mit einem Preis belohnt werden.

„Jugendwart Thomas Jobst hat mit seiner Jugendfeuerwehr für Hohenbergs Kinder einen tollen Fasching organisiert.“, lobte Erster Bürgermeister Jürgen Hoffmann die Veranstalter. Es war für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen ein abwechslungsreicher, manchmal etwas lauter Nachmittag. Aber so muss es sein, wenn sich Kinder freuen sollen.